Sicher und friedlich feiern

  1. Die Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel ist erschüttert über den Anschlag auf eine Konzertveranstaltung in der britischen Stadt Manchester und bekundet ihre Solidarität und Anteilnahme. Gleichzeitig unterstützt sie den Oberbürgermeister und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung und ihrer Gesellschaften sowie die zuständigen Behörden der Polizei, die Feuerwehren, die Rettungsdienste und Hilfsorganisationen und die privaten Veranstalter darin, alles dafür zu unternehmen, dass die öffentliche Sicherheit bei der Veranstaltung der „Kieler Woche 2017“ gewährleistet ist. Sie bittet den Oberbürgermeister, den Hauptausschuss und den Innen- und Umweltausschuss über das Sicherheitskonzept zu unterrichten.
  2. Die Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel bekennt sich zur „Kieler Woche“ als Fest der Völkerverständigung und des Friedens, das den Segelsport mit gesellschaftspolitischen Diskussionen, kulturellen Ereignissen und fröhlichen Festen verbindet. Der Oberbürgermeister und der Stadtpräsident werden gebeten, im Hinblick auf die bereits bestehende Verbundenheit Kiels mit der US-amerikanischen Großstadt San Francisco und die ebenfalls bestehenden Städtepartnerschaften mit den russischen Städten Kaliningrad und Sovetsk zu prüfen, ob und wie die Landeshauptstadt Kiel während der „Kieler Woche“ amerikanische und russische Gäste aus Politik, Verwaltung, Streitkräften, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur oder Zivilgesellschaft aus San Francisco, Kaliningrad und Sovetsk zu gemeinsamen Gesprächen einladen und einen solchen „West-Ost“-Gesprächsrahmen als einen Teil der Völkerverständigung dauerhaft etablieren kann. Der Ratsversammlung ist über das Ergebnis der Prüfung zu berichten.

Mit großer Erschütterung hat die Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel Kenntnis von dem Anschlag auf eine Konzertveranstaltung in der britischen Stadt Manchester genommen. Am Abend des 23. Mai 2017 sind durch einen Selbstmordbombenanschlag 22 Menschen getötet und über 60 Menschen verletzt worden, darunter Kinder und Jugendliche. Die Ratsversammlung bekundet ihre Solidarität und Anteilnahme gegenüber den Opfern und Angehörigen und betont ihre Verbundenheit mit den Bürgerinnen und Bürgern Manchesters. Zugleich unterstützt sie den Oberbürgermeister und die beteiligten Stellen der Stadtverwaltung (u.a. Referat Kieler Woche; Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation; Bürger- und Ordnungsamt; Hafenamt), die zuständigen Behörden der Polizei, die Feuerwehren, die Rettungsdienste und Hilfsorganisationen und die privaten Veranstalter darin, alles dafür zu unternehmen, dass die öffentliche Sicherheit bei der Veranstaltung der „Kieler Woche 2017“ gewährleistet ist. Sie bittet den Oberbürgermeister, den für die Kieler-Woche-Planung zuständigen Hauptausschuss und den für Angelegenheiten der Öffentlichen Sicherheit zuständigen Innen- und Umweltausschuss über das Sicherheitskonzept zu unterrichten (vgl. Sicherheitskonzept „Kieler Woche 2011“, Drs. 0331/2011).

Die Kieler Woche ist ein gesellschaftliches Ereignis – und zu einem Stück deutscher Geschichte geworden, in dem sich ihre Höhen und Tiefen spiegelten. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab der damalige Oberbürgermeister Andreas Gayk dem Segelereignis eine neue Struktur. Ein Fest der Völkerverständigung und des Friedens sollte die Kieler Woche werden. Sein noch heute gültiges Konzept verband den Segelsport mit gesellschaftspolitischen Diskussionen, kulturellen Ereignissen und fröhlichen Festen. Insbesondere die politische Komponente brachte der Kieler Woche eine neue Bedeutung. Schnell entwickelte sich Kiel für die junge Bundesrepublik zu einem Tor in die internationale Gemeinschaft. Dabei spielte die Kieler Woche mit ihrer festlichen und gleichzeitig lockeren Atmosphäre eine besondere Rolle. Noch vor Gründung der Bundesrepublik waren ausländische Politiker zu Gast in Kiel. Staatsoberhäupter, Bundespräsidenten, Minister, Parlamentarier, Diplomaten und Konsuln gehörten schon früh zu den regelmäßigen Besuchern der Kieler Woche und brachten ihr einen Ruf als Vorbild für Europa ein. In den folgenden Jahren betrieb Kiel eine inoffizielle, aber effektive „kom­munale Außenpolitik“, die zunächst in die skandinavischen Länder und später besonders in Richtung Osteuropa Kontakte bahnte. Die Marinesoldatinnen und Marinesoldaten in ihren blauen Uniformen prägen das Bild der Kieler Woche mit und haben hier Gelegenheiten zum gegenseitigen Kennenlernen auf zahlreichen Bordabenden und Empfängen, Feierlichkeiten und Sportturnieren (aus: „Geschichte der Kieler Woche“ und „Gastgeber Marine“ auf http://www.kieler-woche.de). Mit der Idee, zu prüfen, ob Kiel zu Zeiten der „Kieler Woche“ – damit ist nicht die „Kieler Woche 2017“, sondern grundsätzlich die „Kieler Woche“ gemeint – ein Ort dauerhafter Begegnungen zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus West (San Francisco) und Ost (Kaliningrad, Sovetsk) werden kann (alle Städte haben eine jahrzehntelange Tradition als Werften- und Marinestandorte), wird dem Gedanken der Völkerverständigung Rechnung getragen.

Ratsherr Falk Stadelmann
SPD-Ratsfraktion

Ratsherr Marcel Schmidt
SSW-Ratsfraktion

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