Modellstadt für die Elektromobilität

A: 1. Die Klimaschutzstadt Kiel macht sich mit dem Masterplan 100% Klimaschutz auf den Weg, Modellstadt der E-Mobilität zu werden.
2. Der Oberbürgermeister wird gebeten, alle Fördermöglichkeiten zum Aufbau der E-Mobilitätsinfrastruktur zu nutzen, zu intensivieren oder neue eigene Fördermittel bereitzustellen, um in Kiel flächendeckend nutzerfreundliche, öffentliche Ladesäulen zur Stromversorgung für Elektrofahrzeuge, Elektro-Bikes und Elektroroller zu installieren.
3. Der Oberbürgermeister wird gebeten, den jeweiligen Eigenanteil an der Finanzierung der Infrastruktur darzulegen und in die Haushaltspläne der nächsten Jahre aufzunehmen.
4. Von den zusätzlichen Fördermitteln werden die Anschaffung und Errichtung von öffentlich zugänglichen Ladestationen in der LH Kiel, inkl. der zugehörigen Erd- und Installationsarbeiten sowie erforderliche Kennzeichnungen der Parkflächen, gefördert.
5. Um eine flächendeckende Lade-Infrastruktur in der Stadt sicherzustellen, soll zukünftig bei der Errichtung von Stellplatzanlagen im Bebauungsplan die Installation von Ladesäulen festgeschrieben werden.

B:

Für einen breiteren Ansatz über die reine E-Mobilität hinaus soll die Landeshauptstadt Kiel als Klimaschutzstadt generell Modellstadt für klimafreundliche Mobilität werden. Hierfür sind neben der Unterstützung der Elektrofahrzeuge auch die Nutzung anderer emissionsarmer und -freier Antriebe sowie innovative Mobilitätskonzepte zu berücksichtigen, die mit den Möglichkeiten der Digitalisierung verbunden werden.

Dies ist eine Chance für die Industrie, Wirtschaft und Hochschulen in Kiel, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, sie zu erproben und in die Anwendung zu bringen. Die Landeshauptstadt Kiel verfolgt dabei die Zielrichtung, CO2- und Schadstoff-Reduzierung zu betreiben und die Luftbelastungen aus dem Verkehr zu reduzieren. Damit soll die Verkehrspolitik ein Teil des Klimaschutzes neben der Energiepolitik werden. Dies beinhaltet auch, nur noch im unvermeidbaren Umfang neue Straßen zur Entlastung der Bevölkerung in Kiel zu planen und zu bauen.

Vor diesem Hintergrund wird der Oberbürgermeister aufgefordert, auf Grundlage der Mobilitätsuntersuchungen und Studien für die Kiel-Region, im Masterplan Klimaschutz und im Projekt „Wohnen leitet Mobilität“ eine Gesamtkonzeption für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Verkehrsstrategie zu entwickeln, die folgende Bausteine beinhaltet:

1. Entwicklung innovativer Mobilitätskonzepte, die zu einem effizienten Stadtverkehr und zur Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsmittel führen sowie zur Verkehrsvermeidung beitragen. Diese Konzepte sollen mit den Möglichkeiten aus der Digitalisierung zusammengebracht werden.

2. Eine Konzeption, die die Förderung von E-Mobilität beinhaltet und eine räumliche und bauliche Darlegung der Ladesäuleninfrastruktur unter Berücksichtigung der Netzkapazitäten darstellt.

3. Im industriepolitischen Dialog ist mit den Schienenverkehrsunternehmen und Motorenherstellern sowie anderen verkehrsbezogenen Wirtschaftspartnern über die Entwicklung von alternativen Antrieben und emissionsärmeren und -freien Motoren und Antrieben im Bereich der Schiene, Schifffahrt, Nutz- und Privatfahrzeuge zu sprechen, und Empfehlungen für die Erschließung des Potentials in Zusammenarbeit mit der KiWi GmbH und den Hochschulen in Kiel sind zu entwickeln.

Die Gesamtkonzeption soll mit Wirtschaftspartnern, Wohnungswirtschaft, Hochschulen, Verbänden etc. in Kiel und in der KielRegion abgestimmt werden.

Der Oberbürgermeister wird gebeten, mit der Region Kiel und weiteren Kommunen Gespräche über die Umsetzung der einzelnen Bausteine des Gesamtkonzeptes zu führen, um Kiel zusammen mit der Region als Modellregion Elektromobilität zu entwickeln.

Für die Klimaschutzstadt Kiel ist es nur konsequent, Modellstadt Elektromobilität zu werden. Für den Durchbruch der E-Mobilität ist der Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur aus Ladesäulen unabdingbar. Um eine klimaschonende und nachhaltige Verkehrspolitik in der Landeshauptstadt Kiel umzusetzen, ist neben der Realisierung vorhandener Konzepte und Studien die Einbeziehung von Akteuren in Kiel und in der Kiel-Region erforderlich, da der Verkehr nicht an den Stadtgrenzen „halt macht“.

Ratsherr Wolfgang Schulz
Ratsherr Achim Heinrichs
Ratsherr Falk Stadelmann
SPD-Ratsfraktion

Ratsherr Lutz Oschmann
Ratsfrau Dr. Martina Baum
Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ratsherr Marcel Schmidt
Bürgerliches Mitglied Pascal Schmidt
Bürgerliches Mitglied Oliver Buhmann
SSW-Ratsfraktion

3 Kommentare:

  1. Dieser Beitrag ist eine Ohrfeige für den Nutzer von E-Mobilität in Kiel! Etwas so steinzeitliches kann man wohl selten lesen. Ist einer der Ratherren je mit einem E-Auto durch Kiel gefahren und hat mal versucht Strom für 200 KM zu laden? Meine Meinung „NIE“ sonst würde er die Schwachpunkte des Zustandes der Landeshauptstadt sofort begreifen. Viele andere Städte ja auch Kleinstädte sind der Stadt Kiel um Jahre voraus. Wenn ich lese, das die Städtischen Betrieb nur alte Fahrzeuge durch E-Fahrzeuge ersetzen wollen, da frage ich mich wo bleibt da die Kosten- Nutzenrechnung? All die Benziner und Dieselfahrzeuge, die jetzt schon über 100 KM fahren müssen zeitnah durch E-Fahrzeuge ersetzt werden. Noch gibt es viele Töpfe aus dem eine Menge Geld bereitgestellt werden. Andere Stäste tuen es. Kiel ist aber heute schon nicht in der Lage, Gewerbetreibenden zu garantieren, dass sie in 30 Minuten ihr Fahrzeug auf 80% aufladen können! Ja ich meine auch Mietwagen – und Taxigenossenschaften. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass es für die Stadtwerke Kiel, als Betreiber von vielen schwachen Ladepunkten, nicht mehr befürchtet, als das es bekannt wird, das Schnellladesäulen zu 100 % ausgelastet werden!!!! Von der Stadt Kiel und den Stadtwerken bekomme ich den Hinweis, das Schnelllader zu teuer sind. Scheinbar sind diese Stellen nicht in der Lage zu erkennen, wie viel Fahrzeuge an diesen Punkten schnell geladen werden können. Nein, nicht nur 2 Fahrzeuge, sondern alle 40 Minuten oder weniger! Wie sagt man so schön Zeit ist Geld!!! Taxen bringen nur Geld, wenn sie fahren und diese Möglichkeit ist in Kiel nicht gegeben. Von anderen Städten liest man, das die 15 Taxen und mehr auf einen Schlag einsetzen und auch fördern. Die Stadt Norderstedt kauft auf einen Schlag 15 E-PKW für den täglichen Bedarf ein, weil sie eben festgestellt haben, das die Kosten für Wartung und Betrieb erheblich unter den Kosten für Benzin und Wartung liegen. Eine große Sicherheit für die Verwaltung diesen Posten relativ genau planen zu können! Keine unkalkulierbaren Kosten bei den Benzin und Dieselpreisen. Es gibt ungezählte hinweise was andere Städte durch geschickte Planung an Geld sparen nur Kiel scheint von solchen Programme nichts mit zu bekommen oder Schleswig-Holstein macht es anders wie die anderen Bundesländer. Und nochmal Kiel befindet sich zur Zeit in der Steinzeit der E-Mobilität und merkt es nicht einmal!!! Warten sie mal die Kieler Woche ab was dann die Besucher zu diesen Zuständen sagen, mir wird im Netzt immer unterstellt, das es so etwas in einer Landeshauptstadt nicht gibt!!!

  2. Sehr geehrter Herr Rievers,

    zuerst möchte ich mich bei Ihnen für Ihren Kommentar bedanken und das damit verbundene Interesse an die so wichtige Elektromobilität. Sie beziehen sich auf einen Artikel, der nun knapp ein Jahr alt ist. In der Zeit ist viel passiert.

    Das Kieler Mobilitätskonzept berücksichtigt in allen Vorhaben und Projekten die Möglichkeit die Elektromobilität zu fördern und eine sinnvolle Ergänzung zum ÖPNV zu gewährleisten. Hierbei werden zum Beispiel in ganz Kiel Mobilitätsstationen umgesetzt. Mit diesen Stationen bieten wir für verschiedene Fortbewegungsmöglichkeiten Lösungen an. Zum einen immer eine direkte Verbindung zu einer Bushaltestelle in der Nähe, zum einen die Möglichkeit Fahrräder anzuschließen und in Zusammenarbeit mit einem Partner bieten wir an diesen Punkten Carsharing an. Diese Carsharingplätze werden nach und nach ebenfalls mit Ladesäulen ausgestattet.

    Auch die Stadtwerke ergänzt kontinuierlich ihr Angebot in ganz Kiel. Zum Beispiel wurden auf dem Seefischmarkt aufgrund der hohen Nachfrage 4 zusätzliche Ladesäulen installiert. Aus persönlicher Erfahrung kann ich Ihnen verraten, dass das Poolfahrzeug meines Arbeitgebers regelmäßig das Aufladeangebot nutzt.

    Auch bei Fahrzeugneuanschaffungen wird auf moderne Antriebstechnik zurückgegriffen. Als Beispiel möchte ich gerne die neuen Hybridbusse der KVG erwähnt wissen. Jedoch muss man wissen, dass die gesamte Fahrzeugflotte (nicht nur die von der KVG) nicht von jetzt auf gleich ausgetauscht werden kann. Abschreibungs- und geplante Einsatzdauer, Rückstellungen, Ausschreibungen und Auslieferungszeiten ziehen die Umstellung in die Länge. Außerdem ist das Marktangebot noch recht übersichtlich und vor allem für Privatverbraucher unerschwinglich.

    Ich möchte nicht abstreiten, dass das Ladesäulennetz ausreichend und flächendeckend vorhanden ist. Dazu haben wir noch einiges vor, sind jedoch auf einen sehr guten Weg und in der kurzen Zeit haben wir als Stadt Kiel schon sehr viel geschafft!

    Falls Sie weitere Fragen oder Anregungen haben, können Sie sich gerne bei mir persönlich melden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Daniel Pollmann
    Sprecher für Wirtschaft, Abfall und Energie

    1. Sehr geehrter Herr Pollmann,

      vielen Dank für ihre ausführliche Antwort auf meinen Protest gehen die E-Mobilität in Kiel. Sehr fair habe ich es empfunden, das sie nicht mit den vielen Todschlagargumenten geantwortet haben. Andererseits nehme ich an, das sie über das Preissystem der Kieler Stadtwerke nicht informiert sind warum auch! Die Stadtwerke nimmt von jedem Benutzer einer ihrer E-Ladesäulen eine „Eintrittsgebühr“ von 1,90 € je Ladevorgang. Für Besitzer von E-Autos mit kleiner Batterie ( Smart ca. 18 KW) eine zusätzliche Belastung! Wie sie vielleicht auch Wissen haben die Stadtwerke 31 Ladesäulen neu wohl bis 22KW bestellt. Hätte man, nicht besser nur 7 Schnelladesäulen mit 40 – 50 KW Ladeleistung bestellen sollen, dann würden viel mehr E-Autofahrer diese Säulen benutzen können bei einer durchschnittlichen Benutzerzeit von 30 Minuten gegenüber von 6 Stunden bei den AC-Säulen. Diese Ladesäulen werden bis 60% gefördert, so das sich der Preis in Grenzen hält. Auch für die Luftqualität, zum Beispiel am Bahnhof, hier laufen oft die Motoren den ganzen Tag/Nacht ( mal Heizung/mal Kühlung) und als Anreiz für die Taxiunternehmer ihre Treibstoff- und Wartungskosten mit einer E-Variante zu ersetzen! Jetzt muss ich aufhören, zu schnell kommt sonst der Begriff “ Besserwisser“ ins Gespräch. Aber ich fahre ja selbst schon einige Zeit E-Auto. Ich lade sie gern zu einer Probefahrt, vielleicht verbunden mit einem Gespräch ein. ( Tel: 04308950)

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