Förde verbindet!

Die Fördeschiffe der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel mbH stellen einen unverzichtbaren Teil des Flairs für die Förde dar und sind – insbesondere für Menschen im Kreis Plön – auch ein wichtiger Teil des ÖPNV. Im Moment sind die Lasten und Vorteile sehr ungleich zwischen der Landeshauptstadt Kiel und dem Kreis Plön verteilt, wobei gerade aus dem Kreis Plön immer wieder Forderungen nach einer Verbesserung des ÖPNV auf dem Wasser gestellt werden.

Daher wird die Verwaltung beauftragt, eine Prüfung durchzuführen, die mindestens folgende Punkte beinhaltet:

  1. Möglichkeiten für eine Attraktivierung der Förde-Schifffahrt – unter Berücksichtigung der Randbedingungen an die Wasserstraße „Kieler Förde“ – zu machen, durch die der ÖPNV gestärkt werden soll (z.B. mehr Quer-Verkehre, Stärkung des Angebots zu Tourismuszwecken zu den Hauptzeiten des Tourismus, Angebot für spezielle Zielgruppen wie Kreuzfahrer oder Events in der Stadt);
  2. eine Verbesserung der Umstiegsmöglichkeiten Bus-Schiff und Schiff-Bus besonders an potentiellen Querungsstellen mit gleichzeitigem Angebot von Parkmöglichkeiten, sodass ein Umstieg von Auto auf den ÖPNV gestärkt werden kann;
  3. Prüfung einer Optimierung der Linie F2 an den Haltestellen Reventlou und Dietrichsdorf sowie die Ausweitung der Linie zwischen Reventlou und Dietrichsdorf in den Abendstunden und am Wochenende;
  4. die Kostenaufteilung zwischen LH Kiel und Kreis Plön auf Basis der tatsächlichen Nutzung zu überprüfen und verschiedene Vorschläge für eine Neuaufteilung zu machen (z.B. nach Anzahl Anlegern oder nach Anzahl Nutzern);
  5. nach den unter d) entwickelten Kriterien Vorschläge für die Aufteilung der Mehrkosten zwischen der Landeshauptstadt Kiel und dem Kreis Plön zu machen.

Insbesondere Gemeinden und Pendler aus dem Kreis Plön fordern regelmäßig zusätzliche Angebote (mehr Querverkehre, längere Bedienzeiten) zum „Transport über die Kieler Förde“.  Durch die beschlossene dringend notwendige Erneuerung des Schiffsparks können neue Modelle des Angebots des ÖPNV über Wasser entwickelt werden. So kann auch die Mitnahme von Fahrrädern verbessert werden. Diese Chance der Angebotsoptimierung sollte genutzt werden, sobald die technischen Rahmenbedingungen der bestellten Förde-Dampfer vorliegen.

Der ÖPNV auf dem Wasser ist – stärker noch als der ÖPNV an sich – defizitär. Die Förde-Schifffahrt erwirtschaftet ein jährliches Defizit von rund 0,6 bis 1,1 Millionen Euro abhängig von den Kraftstoffpreisen und Instandhaltungsaufwendungen, die bislang fast ausschließlich von der Landeshauptstadt getragen werden, obwohl überwiegend Pendler aus dem Kreis Plön die Linie 1 benutzen und die Ostufer-Gemeinden erhebliche Tourismus-Ströme mit den Fördeschiffen erhalten (nicht umsonst zahlt die Gemeinde Laboe immerhin einen kleinen Obolus). Nach dem Prinzip „der Besteller/Nutznießer zahlt“ sollte die bisherige Kostenaufteilung überprüft werden und es sollten Kriterien erstellt werden, nach denen ursachengerecht die Kosten auf den Kreis Plön und die Landeshauptstadt Kiel für bestehende Angebote und geforderte neue Angebote aufzuteilen sind.

Durch die dringend notwendige Erneuerung des Schiffsparks wird zusätzlich rund 1 Million Euro pro Jahr an Abschreibungen und Finanzierungsaufwand anfallen.

Ohne eine Einigung mit dem Kreis Plön gibt es deutlich reduzierte Möglichkeiten zur Realisierung des Vorhabens.

Ratsherr Achim Heinrichs
Ratsfrau Antje Möller-Neustock
SPD-Ratsfraktion

Ratsherr Marcel Schmidt
SSW-Ratsfraktion

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