Rede der kulturpolitischen Sprecherin Ingrid Lietzow zum Haushalt 2017

Ingrid LietzowSehr geehrter Herr Stadtpräsident, meine Damen und Herren,

die Leitlinien für die kommunale Kulturförderung unserer Stadt, die wir uns selbst als Aufgabe gegeben haben, beschreiben eindrücklich, wofür wir als Selbstverwaltung stehen und auch geradestehen.

Parteiübergreifend – und darüber bin ich besonders dankbar – sehen wir es als unsere Aufgabe an, Kultur allen Menschen in dieser Stadt nahe zu bringen. Das geschieht auf ganz unterschiedliche Weise.

Unsere Theaterlandschaft erlebt einen Zuschauerrekord nach dem anderen. Nie gingen mehr Menschen in unsere Theater als in diesem Jahr.

Alle Einrichtungen, die wir institutionell oder auch mit Projektmitteln fördern, haben den Schwerpunkt Kindern und Jugendlichen mit ihren kulturellen Angeboten Toleranz, Respekt und Dialogbereitschaft näher zu bringen.


Wir haben ein riesengroßes Potential von Ehrenamtlichen, die diese Ziele vermitteln und durch ihr Handeln beispielgebend für unsere Kieler Stadtgesellschaft sind.

Das haben wir in der Vergangenheit unterstützt und das werden wir auch in Zukunft unterstützen.

Es gibt keine Einschnitte bei den Kulturausgaben. Alle bisher geförderten Einrichtungen erhalten auch weiter die zugesagten finanziellen Mittel. Und das ist wirklich nur möglich, weil alle in diesem Haus an einem Strang ziehen. Dass wir bei der einen oder anderen Maßnahme mal nicht einer Meinung sind, ändert nichts an meiner Grundaussage. Wir mussten uns schweren Herzens entschließen der Verwaltung bei der Erhöhung der Benutzergebühren in den Büchereien zu folgen. Ich denke aber, dass die Erhöhung um 4 Euro pro Jahr vertretbar ist. Das sind 33 Cent im Monat und muss keinen Benutzer und keine Benutzerin von ihrem Gang in die Bücherei abhalten. Alle anderen, die bisher von der Gebührenreduzierung Gebrauch machen konnten, müssen jetzt knapp 17 Cent mehr im Monat zahlen. Diese Kröte schlucken wir. Ihren CDU-Antrag, eine elektronische Zugangsberechtigung für Büchereinutzer zu ermöglichen, können wir so nicht mittragen. Allein ein Pilotprojekt würde uns sehr, sehr viel Geld kosten. Wir können uns gern im Kulturausschuss mal von der Verwaltung vorlegen lassen, welche Kosten auf uns zukommen könnten, bevor wir ein Pilotprojekt starten.

Ein weiterer Schwerpunkt, der sich auch im nächsten Haushalt darstellen lässt, ist unser Umgang mit unserer Geschichte. Im Jahr 2016 haben wir eine Haushaltstelle bewilligt, die sich allein diesem Thema widmet. Es ist uns jetzt gelungen, einen Bewerber gefunden zu haben und wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm. Er hat große Aufgaben in den nächsten Jahren vor sich. Es geht nicht nur um die so wichtige Aufarbeitung unserer jüngsten Vergangenheit, sondern auch um herausragende Daten, die einer Außendarstellung bedürfen. Ich denke hier an die Stadtgründung vor bald 775 Jahren, oder an den Arbeiter- und Matrosenaufstand, der sich 2018 zum hundertsten Mal jährt. Hierzu sind 2017 Mittel eingestellt worden.

Altes und Neues miteinander zu verbinden; allen Kindern – egal aus welchem Kulturkreis sie ursprünglich mal kamen – den Zugang zur Kultur zu ermöglichen, zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Kultur- und im Übrigen auch den Sozialhaushalt. Dafür stehen wir und dafür treten wir immer wieder ein.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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