Perspektiven für die Festung Friedrichsort

Eine Voruntersuchung soll Perspektiven für Friedrichsort und die Festung aufzeigen – Zielmarke ist die gemeinsame Entwicklung von Festung, Industriegebiet und touristischem Umfeld. Die Kieler Rathauskooperation aus SPD, Grünen und SSW unterstützt diese städtischen Entwicklungsaktivitäten für die dänische Festung Friedrichsort.

Mit Ergänzungen, die den historischen Wert der bisher vernachlässigten Anlage betonen und ihre wirtschaftlich bedeutende Einbindung in das Industriegebiet Friedrichsort berücksichtigen, hat sie am Donnerstagabend einer Beschlussvorlage des Stadtplanungsamtes zugestimmt, eine Voruntersuchung einzuleiten, die die Potenziale der Festung ermitteln soll.

„Die Festung ist eine einzigartige Chance, für Kiel und insbesondere den Stadtteil Pries/Friedrichsort neue und dauerhafte Perspektiven zu schaffen“, unterstreicht Marcel Schmidt, Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion, die Bedeutung der angestoßenen Planung. Die Kopenhagener Stadtfestung „Kastellet“, zu der die Kieler Anlage das Pendant in Südschleswig sei, zeige, wie gut sich ein touristisch so interessantes Objekt in einem urbanen Umfeld nahe am Hafen entwickeln lasse.„Dennoch“, so Schmidt, dessen Partei die dänische Minderheit vertritt, „ist die Festung weniger ein dänisches als ein europäisches Ereignis. Sie bindet die Geschichte des gesamten Ostseeraums in sich und ist daher wie kaum ein anderes Objekt geeignet, Kiels herausragenden Stellenwert in und für Nordeuropa zu verdeutlichen“.

Den Rahmen, in dem die Kooperation die Festung weiterentwickelt sehen möchte, umreißt André Wilkens: „Die Festung ist mit dem anliegenden Industriegebiet quasi organisch verbunden“, so der baupolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion. „Die Perspektiven beider Einheiten müssen zusammen entwickelt werden – optimalerweise unter Einbeziehung der touristischen Qualitäten Falckensteins und Schilksees“.

Dass das keine leichte Aufgabe werden muss, weiß auch Arne Langniß. Der baupolitische Sprecher der Grünen-Ratsfraktion unterstreicht zunächst, dass der Wert der Anlage von je her kaum ein militärischer, sondern fast ausschließlich ein symbolischer war. „Auch daher ist es so wichtig, dass wir uns ernsthaft mit den Potenzialen der Festung auseinanderzusetzen, bevor Kiel eine womöglich einzigartige Chance verloren geht.“ Einbezogen in die Voruntersuchung sind das Gebiet Christianspries, die Straßen An der Schanze und Brauner Berg, der westliche Deichweg und der Falckensteiner Strand sowie das Skagerrakufer, die Magnetische Messstelle der Bundeswehr und die seeseitigen Teile des Caterpillar-Geländes. Zusammen mit dem Auftrag an das Stadtplanungsamt erhält die Verwaltung den Auftrag, beim Land Schleswig-Holstein den Antrag auf Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ für das Programmjahr 2015 zu stellen. Die Festung Christianspries wurde 1632 von König Christian IV. zur Sicherung der südlichen dänischen Außengrenze in den Wirren des 30-jährigen Krieges gebaut. Im Jahre 1864 ging sie mit dem Landesteil Schleswig an Preußen über und wurde Teil der Sicherung des Marinehafens. Bis 1996 nutzte die Bundeswehr das Gelände, das seit 1966 unter Denkmalschutz steht und sich seit 2006 zum größten Teil in Privatbesitz befindet.

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