Zirkus? Ja, bitte! Wildtiere? Nein, danke!

Eine art- und verhaltensgerechte Wildtierhaltung ist in Zirkussen praktisch nicht möglich. Tiere, zumeist von Natur aus sehr aktiv, verbringen den überwiegenden Teil ihres Lebens in winzigen Transportkäfigen. So haben Elefanten Tag und Nacht nur wenig Auslauf, anstatt wie ihre Artgenossen in der Natur kilometerweit zu wandern. In den Käfigen, Transportwagen und Zelten müssen die Tiere auf engstem Raum leben – weit entfernt von einem annähernd artgerechten Leben. Darum gibt es auch in vielen europäischen Ländern nationale Verbote.

Repräsentative Umfragen zeigen, dass 2/3 der Bevölkerung Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß finden. Ein Zirkus braucht keine Wildtiere, um attraktive Unterhaltung zu bieten – das beweisen viele erfolgreiche Zirkusunternehmen, die teilweise sogar ganz auf tierische Vorführungen verzichten und stattdessen auf Akrobatik und menschlichen Witz setzen.

Da es bislang keine einheitliche Regelung auf Bundesebene gibt, sind wir als Kommune gefordert. Wir wollen die bisherigen rechtlichen Spielräume stärker nutzen und die notwendigen Regelungen erlassen, um Zirkusbetrieben mit Wildtieren das Gastieren in Kiel aus Gründen des Tierwohls zukünftig zu untersagen.

Dies erklären zum Antrag der Kooperation für ein Wildtierverbot für Zirkusse in Kiel  Ratsherr Benjamin Raschke, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Ratsfraktion, Ratsfrau Dr. Martina Baum, umweltpolitische Sprecherin der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, und Ratsherr Marcel Schmidt, Fraktionsvorsitzender der SSW-Ratsfraktion.

Ein Kommentar:

  1. Liebe Genossen, ich bin sehr unglücklich über Ihren voreiligen Antrag keine Zirkusunternehmen mit Tieren auf städtischen Grundstücken zuzulassen. Das hat folgende Gründe. Deutschland hat 1973 als erstes Land in der Welt, dem Artenschutzübereinkommen zugestimmt. Seit nahezu 40 Jahren kommt kein einzigstes „Wildtier“ aus den Herkunftsländern nach Deutschland. Die Umfragen, die sich auf „Wildtiere“ bezogen, waren suggestiv, weil Wildtiere eben nicht mehr nach Deutschland eingeführt werden. Ab welchem Lebensalter konnte bei diesen Umfragen gestimmt werden? Überdies hatte kurz vorher eine Umfrage ergeben, das 85,5 % der Deutschen über 14 Jahren, Tiere im Zirkus sehen möchten. Das nur so nebenbei. Da in wenigen Jahren aus biologischen Gründen kein Nashorn, Nilpferd, Giraffe, Großaffe, Großbär in einem Zirkus mitreisen wird, war der Antrag, aus meiner Sicht voreilig und ohne Hintergrundwissen erfolgt. Denn seit ca. 25 Jahren versuchen Tierrechtsvereine, mit Hilfe der Grünen, die Öffentlichkeit mit Hilfe genialer Rhetoriker, mittels einer umstrittenen Tierrechtsideologie, zu manipulieren. Wegen der Kosten von mehreren 100 Dollar, pro Tier und Woche wurden in den letzten 10 Jahren von einem großen Tierrechtsverein fast 40 000 Haustiere getötet und zum Teil an einer Bushaltestelle in Plastiksäcken abgestellt. Herausgekommen war es vor ca. 5 Jahren, als eine Tierarztangestellte in den Säcken ein Tier fand, dass ihr Chef erst Tage zuvor kastriert hatte. Selbst das können die Tierrechtsvereine wegstecken, auch dass sie Kampagnen wie „Dein Papi tötet Tiere“ oder „Deine Mami tötet Tiere“ mit makabren Worten ins Netz stellen, schadet ihnen wohl nicht. Auch das kein Cent für Tiere von diesen Tierrechtsvereinen verwendet wird, sollte Ihnen zu denken geben. Nach neuesten Informationen sind die Medienvertreter bundesdeutscher Zeitungen zu einem Drittel den „Grünen“ nahestehend. Das sollte Ihnen zu denken geben, dass die SPD in Kiel den Grünen einen Gefallen getan haben. Vielleicht ist ja bald eine Bürgermeisterwahl und sie suchen, auf Kosten der gut versorgten Tiere im Zirkus, einen Bündnispartner.

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